Beck - Modern Guilt
Die ersten zehn Sekunden sind Massive Attack und lassen gleich mal die Erwartungen nach oben schnellen. Doch woher kommt der elektro-lastige Einschlag?
Danger Mouse (Gorillaz, Gnarls Barkley und The Good, The Bad And The Queen) ist der Produzent von Modern Guilt. Der Herr hats einfach drauf, hinterlässt seine Spuren und ist gerade in aller Ohren.
Der Rest des Liedes scheppert etwas countrymäßig und gefällig vor sich hin. Eher so wie ich Lieder von Beck erwarte. Aber da spricht man eventuell mit dem Falschen. Ich bin ausgewiesener Beck-Nicht-Kenner. Allerdings sind mir in den letzten Jahren einige gute Sachen von ihm aufgefallen. Zuforderst wäre hier E-Pro zu nennen. Übrigens Becks erste Nummer 1 in den USA seit dem allseits bekannten Loser von 1994(!).
Doch weiter im Album: Gamma Ray mit dezentem Jazz-Schlagzeug. Soweit so gut. Für den Refrain wurde Herr Hansens Stimme durch mir unbekannte Effektgeräte gezogen. Aber es wirkt. Das Lied ist grandios.
Chemtrails ist zwar die erste Single, aber wie so oft gefallen mir Lieder mit sphärischen Gesängen eher weniger. So auch hier.
Das nächste Highlight dann der Titeltrack. Der pumpende Beat erinnert irgendwie an Supergrass und lässt einen Kracher erwarten. Der bleibt dann aber, zumindest in Sachen Geschwindigkeit, aus. Das Lied bleibt ruhig. Weiß aber, wiederum nicht zuletzt wegen Becks Gesang, sehr zu überzeugen.
Ähnlich ruhig aber gut geraten, diesmal mit der Gitarre als bestimmendes Element ist das unmittelbar folgende Youthless.
“Oh, ja, das hat Danger Mouse von Gnarls Barkley produziert“, muss man sich dann bei den Breakbeats von Walls sagen.
Knarzige, heulende Gitarren, dunkler Gesang und ein erstklassiger Rhythmus machen schließlich Soul of a man zu einem der Juwelen aus diesem Jahr und dem besten Lied auf Modern Guilt.
Richtig tanzbar ist dann Profanity Prayers. Mit Volcano erinnert Beck zumindest gesanglich an seine Wurzeln im Grunge.
Und bereits nach 33 Minuten ist der Zauber vorbei. Ein sehr gutes Album; bekommt von mir vier Sterne und rangiert sehr weit oben bei den Anwärtern auf das Album des Jahres.
Gut gebacken?
