blur 2.0 – Britpop’s finest haben sich wieder gefunden

By Mausmarke at 9:07 pm on Dienstag (9. Dezember 2008) | 4 Comments

Das Hin und Her haben Blurfans nun ja schon seit einigen Jahren zu ertragen. Denn immer wieder wechselten sich ominöse Meldung vom Streit zwischen Damon Albarn und Graham Coxon ab mit Gerüchten über eine Wiedervereinigung. Doch auf Dauer legten sich die Hoffnung. Blur schien Geschichte zu sein. Doch seit heute ist alles anders. Die Band soll sich schon vor ein paar Jahren bei einem Weihnachtsessen hervorragend verstanden haben. Mehr hatte das aber nicht zu bedeuten. Letztes Jahr soll sogar schon ein Studio für erste Sessions angemietet worden sein. In letzter Minute wurde das aber abgesagt. Die Meldungen von heute haben dann aber doch sehr glaubwürdigen Charakter: Blur haben sich tatsächlich wieder vereinigt – mit Graham Coxon. Und das ist wichtig. Denn unter uns gesagt: das letzte blur Album nach Graham Coxon’s Ausstieg 2003 war, nun ja, ist schnell an einem festen Platz im Plattenschrank einsortiert worden und von da bis heute selten hervorgeholt worden. Albarn und Coxon sollen ihre Streitigkeiten, die Grund für Coxon’s Ausstieg vor sechs Jahren waren, beigelegt haben. Ein neues Album wird es zunächst nicht geben, aber ein Konzert im Hyde Park in ursprünglicher Besetzung, am 3. Juli 2009. Die Tickets gehen bereits am kommenden Freitag, den 12. Dezember in den Verkauf blur - Bandaufnahme 2008 Ein offizielles Video zur Wiedervereinigung gibts hier zu sehen. Gerüchten zu Folge wollen blur auch beim Glastonbury Festival auftreten. Viel großartiger wäre natürlich ein neues Album. Was halten die Schramml-Frickl-User von der Reunion? Darf man mit neuer feiner Musik rechnen oder ist es eine weitere der sinnlosen Wiedervereinigungen, die eigentlich niemand braucht? Schreibt uns.

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Können wir uns einigen? “Heureka” von Tomte

By Torsten at 3:40 pm on Sonntag (16. November 2008) | 66 Comments

“Hinter all diesen Fenstern” von Tomte war mein Rettungsanker im Jahr 2003, aber 2006 war dann mit “Buchstaben über der Stadt” alles etwas schal geworden. Zugegeben, nach wie vor tolle Songs wie “Ich sang die ganze Zeit von Dir”, “New York” oder “Was den Himmel erhellt” … aber irgendwie nicht mehr die große Offenbarung. Und die überbordende Positivität des werten Herrn Uhlmann, die ich an und für sich sehr schätze, war ein klein wenig zuviel des Guten geworden. Dementsprechend nüchtern waren meine Erwartungen, was das neue Album “Heureka” anging. Zwar gewohnt reflexartig bei Amazon bestellt, aber ohne rechte Vorfreude, wie es letztes Mal der Fall war. Wohl gerade deshalb hatten Thees Uhlmann und seine Mannen (Max Martin Schröder jetzt am Schlagzeug, außerdem ein Keyboarder als festes zusätzliches Bandmitglied) nicht sonderlich viel zu verlieren bei mir. Ob ihnen das nun geholfen hat, was mein Urteil angeht … wer weiß. Jedenfalls: das neue Album ist gut. Der Titelsong “Heureka” beginnt mit Thees-Genuschel, dann setzt ein Klavierlauf ein. Sowas sollten die öfters machen, dann macht sich auch der Keyboarder bezahlt (insgesamt ist nämlich das Klavier immer noch eher spärlich vertreten, was schade ist). Jedenfalls ein ordentlich nach vorne gehender Rocker mit sehr präsentem Schlagzeug – cool, da geht was. Die nächsten beiden Songs, “Wie ein Planet” und “Der letzte große Wal” (letzteres die aktuelle Single), sind beides sowohl musikalisch als auch textlich gute Stücke, verfehlen bei mir aber bislang den großen Effekt. Woran’s liegt? Wohl an mir. Bei beiden Stücken fehlt mir ein wenig die Melancholie und damit ein wichtiger Gänsehaut-Faktor. Das dürfte aber wohl Geschmackssache sein. Die gerade noch als fehlend beklagte, dezente Schwermütigkeit finden wir aber beim darauffolgenden Song. Für mich das nächste Highlight nach dem Eröffnungsstück und eine perfekte Mischung aus Melancholie und Spritzigkeit: “Wie sieht’s aus in Hamburg?”. Vielleicht dem einen oder anderen ein wenig zu einfach gestrickt, aber deshalb umso mehr ein runder Pop-Song mit wunderschöner Melodie und Zweistimmigkeits-Gänsehaut im Refrain. Gerade angesichts der luftigen Poppigkeit relativ schnell überhört, aber dann freut man sich doch immer wieder, wenn es kommt. Es geht weiter mit “Voran voran”, das mit vier schlichten, mehrmals wiederkehrenden Worten endlich dem gerecht wird, wofür ich Tomte so schätzen gelernt habe: große Wahrheiten in scheinbar banalen Sätzen auf den Punkt zu bringen. Thees singt “Können wir uns einigen?”, und ob der wunderschönen musikalischen Untermalung dieser Textzeile entgeht einem beinahe, dass diese wenigen Worten die Quintessenz jeglichen Beziehungsmiteinanders darstellen. An achter Stelle auf dem Album dann ein weiteres Highlight. “Und ich wander” schlendert buchstäblich vor sich hin. Bass und Drums treiben das Lied gemächlich, aber mit Nachdruck vor sich her, während die Gitarre quirlig und dennoch zurückhaltend für das sommerabendlaue Ambiente sorgt. Eine echte Empfehlung, und irgendwie für Tomte so ungewohnt entspannt. “Du bringst die Stories (Ich bring den Wein)” ist schön und gut im besten Sinne. Kein Aufreger, aber eine charmante Liebeserklärung an das Miteinander. Dann der wohl längste Songtitel von Tome ever: “Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören”. So lang der Titel, so episch der Song. Sehr ausladend mit sehr viel Ruhe am Anfang und einem großen Finale am Ende. “Alles, was Du brauchst, findest Du bei mir” … sehr schön. Man kann es wohl rauslesen: sehr viel Gutes dabei, aber auch einiges, was keinen Nobelpreis verdient. Insgesamt ein wirklich gutes Album von Tomte, wie ich es nicht erwartet hätte. Allerdings auch keine Offenbarung wie “Hinter all diesen Fenstern” … doch die kann es wohl auch nur einmal geben.

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In eigener Sache: Charts 2008

By Mausmarke at 11:37 pm on Montag (3. November 2008) | No comments

Sowas nennt man wohl Schleichwerbung: Auf Mausmarkes Homepage können die User die Albencharts aus dem Jahr 2008 mitbestimmen. Hier entlang, um mal wieder richtig interaktiv abzugehen.

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Bootie Burtstagsshow am 24.10.

By Bernweich at 12:02 pm on Donnerstag (23. Oktober 2008) | 220 Comments

Man nehme: 2-4 Tophits der letzten 20-30 Jahre, etwas Rhythmusgefühl, eine Prise Eigenwilligkeit, einen Mixer oder Pürierstab in Form von einer Software und schüttelt das ganze gut durch lasse es sich schmecken. Klingt seltsam – ist es auch! Obendrauf: Der engagierte User kann bei uns sogar etwas gewinnen!

Die einen nennen es Mash Up, andere Bootleg und hierzulande kennt man es unter dem Namen Bastardpop. Ist aber immer das selbe. Eine Mischung verschiedener Interpreten und Musikstile zu einem neuen Song, welche durchaus sehr lustig klingen kann. Der Münchner Ableger dieser weltweiten Bootie-Parties feiert nun Geburtstag. Und zwar im NY.Club, in der Sonnenstraße 25. Diese Musik auflegen werden die Macher dieser eigenwilligen Songs selbst sein. Aus New York, Paris, Österreich und natürlich München. Von schramml bis frickl verlost 2x Geburtstagspakete in Form von einem Gästelistenplatz am 24.10. und einem Bootie Munich T-Shirt. Einfach eine E-Mail an redaktion at schramml-frickl.de schreiben. Die Gewinner werden dann rechtzeitig vor der Veranstaltung informiert. Viel Glück! Weitere Informationen zur Party sowie Hörproben zur Musik erhaltet Ihr unter www.bootiemunich.com

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Franz Ferdinand – Die neue Single

By Mausmarke at 6:07 pm on Sonntag (19. Oktober 2008) | No comments

Franz Ferdinand gehören neben The Strokes und anderen sicherlich zu den wichtigsten Bands nach der Jahrtausendwende. Und definitiv zu einer der Lieblingsbands von Mausmarke. Das Debütalbum ist schon fast ein Klassiker. Wer wippt nicht fröhlich bei Take me out mit? Das letzte Album You could have it so much better hat mittlerweile schon drei Jahre auf dem Buckel. Doch das Warten für den geneigten Fan hat ein Ende. Bald.

Denn das neue Album gibts im Januar 2009 und wird Tonight heissen. Seit einigen Tagen ist aber schon die erste Single zu hören. Lucid Dreams. Mehr nach Franz Ferdinand klingen die Songs auf dem ersten Album auch nicht. Die Schotten sind sich also, zumindest bei diesem vorab zu hörenden Song, treu geblieben. Mir gefällt das Lied sehr gut. Besser als vieles auf dem zweiten Album. Aber das Beste, was Franz Ferdinand je gemacht haben, ist es nicht. Aber hört doch am besten selbst: Lucid Dreams auf der Franz Ferdinand Homepage anhören. (Man muss noch Play drücken)

Ihr könnt natürlich gerne eure Meinung zur neuen Single in den Kommentaren kundtun.

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Radio Soulwax – Part of the weekend never dies

By Mausmarke at 10:05 pm on Donnerstag (16. Oktober 2008) | No comments

Schlagzeug, Gitarre und ein Bass. Schön. Das klassische Rock’n'Roll-Equipment. Seit ein paar Jahren schickt es sich, neben dieses herkömmliche Werkzeug Endstufen, Synthesizer und alles möglich an anderen Gerätschaften mit möglichst vielen Knöpfen zu stellen. Gerätschaften mit denen elektronische Musik gemacht wird. Dabei kommt in derzeit sehr vielen Fällen sehr feine Musik heraus. Vorreiter und nach wie vor doch irgendwie die Referenz ist da LCD Soundsystem. Mit dieser Band begann auch meine Vorliebe für den Elektro-Rock. Tracks wie Daft Punk is playing at my house sind schon fast Klassiker dieses Musik-Genres. Mittlerweile gibt es einige ebenfalls sehr gute Bands, die diesem Stil erfolgreich nacheifern. Alle mit meist sehr harten, aber extrem gut tanzbaren Rhythmen im Gepäck. Und eben gepaart mit typischen Elementen aus der Rockmusik. Aus dieser Riege sind wohl derzeit die französischen Justice am erfolgreichsten. Das Duo hat den gleichen Manager wie Daft Punk. Musikalisch näher an Daft Punk und nur noch mit sehr reduzierten Rockelementen sind Digitalism aus Hamburg. Die Liste kann um etliche weitere Namen erweitert werden. Simian Mobile Disco darf da zum Beispiel nicht fehlen. Chris Clark oder The Two Lone Swordsmen. Und: Soulwax. Beziehungsweise, nicht ganz Soulwax. Aber dazu gleich mehr. Die Rechnung mach Sinn Die Band hatte ich nach ihrem eigentlich ziemlich guten Album Much against everyone’s advice beispielsweise mit Conversation Intercom aus den Augen verloren. Am Rande hatte ich noch von ihrem Projekt 2 Many DJs mitbekommen. Soulwax + 2 Many DJs = Radio Soulwax Das Ergebnis dieser Mischung ist Elektrorock vom wirklich allerfeinsten. Die zwei Dewaele Brüder und Bandkollegen vermischen hier Songs aus ihren alten Rockertagen (vom Album Any Minute Now) und ihre Passion für elektronische Musik. Mit diesem Unternehmen war die Band also unter dem Namen Radio Soulwax auf Welttourne. Will man einen Tonträger käuflich erwerben, bekommt man eine DVD mit einem Dokumentarfilm zu dieser Tour gleich mitgeliefert. Audio CD und DVD sind in einem sehr schönen Kartonschuber vereinigt: Radio Soulwax – Part of the weekend never dies Zu Samples, Bassbrettern, Drummachines und sonstigen Knöpfchen-Dreh-Frickl-Soundeffekten kommen also noch entsprechende Konzertbilder von Gigs rund um den Planeten. Schreiende Asiaten auf dem Fuji Rock oder wirre Radiomoderatoren irgendwo in Südamerika. Aber vor allem: großartig flirrende und dichte Bilder von den Auftritten der Band. Ekstatische Massen. Der Fuß zuckt sofort, um den ersten Schritt in Richtung Registratur zu machen. Lieder wie KracK (ein Übersong, der lange bei mir bleiben wird), Slowdance oder Miserable Girl sind Kracher. Ohnehin. Live-Aufnahme katapultieren sie noch mal ein gehöriges Stück nach vorne. Ständiges Mitwippen und Kopfgenicke, Händeklatschen, begleitet von leisen “Uh Yeahs” stellen sich beim Genuß von Radio Soulwax schnell ein. Scheibe der Bewegung Was vor allem klar wird: Die Szene des Elektro-Rock ist gewachsen und eng verbandelt. Die Dokumentation ist unterfüttert mit Kommentaren und Interviews von anderen Größen aus der Branche. Der mops-fidele (im wahrsten Sinne des Wortes) James Murphy, seines Zeichens Chef von LCD Soundsystem, plaudert bei einer Tasse Kaffee über die Brüder Dewaele. Seine Bandkollegin Nancy Whang erklärt, wie es zur Kollaborationsarbeit NY Excuse kam. Die beiden Herren von Justice gestehen ein, sich hier und da bei Soulwax für ihr eigenes Werk bedient zu haben. Der Sänger von The Kooks beschreibt Soulwax als die Band, die ihn erst für elektronische Musik empfänglich gemacht hat.

Mit der DVD hat der Trend Elektrorock ein erstes ,auf einen Datenträger gebranntes, Manifest. Die CD ist seit zwei Wochen auf Platz 1 meiner Rotationsliste. Schramml bis Frickl in Reinkultur.

Weiter unten: Einige Perlen des Genres auf YouTube

Radio Soulwax – KracK LCD Soundsytem – Tribulations Justice – Waters of Nazareth

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Beck – Modern Guilt

By Mausmarke at 10:41 pm on Donnerstag (24. Juli 2008) | 52 Comments

Die ersten zehn Sekunden sind Massive Attack und lassen gleich mal die Erwartungen nach oben schnellen. Doch woher kommt der elektro-lastige Einschlag?

Danger Mouse (Gorillaz, Gnarls Barkley und The Good, The Bad And The Queen) ist der Produzent von Modern Guilt. Der Herr hats einfach drauf, hinterlässt seine Spuren und ist gerade in aller Ohren. Der Rest des Liedes scheppert etwas countrymäßig und gefällig vor sich hin. Eher so wie ich Lieder von Beck erwarte. Aber da spricht man eventuell mit dem Falschen. Ich bin ausgewiesener Beck-Nicht-Kenner. Allerdings sind mir in den letzten Jahren einige gute Sachen von ihm aufgefallen. Zuforderst wäre hier E-Pro zu nennen. Übrigens Becks erste Nummer 1 in den USA seit dem allseits bekannten Loser von 1994(!). Doch weiter im Album: Gamma Ray mit dezentem Jazz-Schlagzeug. Soweit so gut. Für den Refrain wurde Herr Hansens Stimme durch mir unbekannte Effektgeräte gezogen. Aber es wirkt. Das Lied ist grandios. Chemtrails ist zwar die erste Single, aber wie so oft gefallen mir Lieder mit sphärischen Gesängen eher weniger. So auch hier. Das nächste Highlight dann der Titeltrack. Der pumpende Beat erinnert irgendwie an Supergrass und lässt einen Kracher erwarten. Der bleibt dann aber, zumindest in Sachen Geschwindigkeit, aus. Das Lied bleibt ruhig. Weiß aber, wiederum nicht zuletzt wegen Becks Gesang, sehr zu überzeugen. Ähnlich ruhig aber gut geraten, diesmal mit der Gitarre als bestimmendes Element ist das unmittelbar folgende Youthless. “Oh, ja, das hat Danger Mouse von Gnarls Barkley produziert”, muss man sich dann bei den Breakbeats von Walls sagen. Knarzige, heulende Gitarren, dunkler Gesang und ein erstklassiger Rhythmus machen schließlich Soul of a man zu einem der Juwelen aus diesem Jahr und dem besten Lied auf Modern Guilt. Richtig tanzbar ist dann Profanity Prayers. Mit Volcano erinnert Beck zumindest gesanglich an seine Wurzeln im Grunge. Und bereits nach 33 Minuten ist der Zauber vorbei. Ein sehr gutes Album; bekommt von mir vier Sterne und rangiert sehr weit oben bei den Anwärtern auf das Album des Jahres.

Gut gebacken? [ratings]

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“Ganz nett” …

By Torsten at 8:16 pm on Sonntag (15. Juni 2008) | 107 Comments

Death Cab for Cute - Narrow Stairs… ist, wie man weiß, die kleine Schwester von “Scheiße”. Nun, so schlimm ist es nicht mit dem neuen Death-Cab-for-Cutie-Album Narrow Stairs. Aber dennoch will mir auch nach einigen CD-Durchgängen kein wesentlich euphorischeres Attribut einfallen.

Nicht selten ist es ja so, dass die Musik beim erstmaligen Hören nur ihre Oberfläche zeigt und sich der Tiefgang in den vielen kleinen Details versteckt, die sich noch nicht offenbart haben. Bislang hat das Narrow Stairs bei mir leider (noch) nicht geschafft. Aber von vorne.

Bixby Canyon Bridge fängt gut an: mit einer atmosphärisch-diffusen Gitarre, zu der sich schnell der Gesang mit tollem Text gesellt. Noch schöner wird es, wenn die Gitarre konkreter wird. Relativ bald wird das Lied lauter und steigert sich immer weiter – ein guter Start. Auch über I will possess your heart muss man nicht viele Worte verlieren. Ein 8-Minuten-Kaliber und wahrscheinlich eine der wenigen Single-Auskopplungen der Musikgeschichte, in denen erst nach ausgiebigen 4 Minuten der erste Gesang ertönt. Bis dahin baut sich das Lied, getragen von der markanten Basslinie, immer weiter auf, bis es dann schlagartig abfällt, um dem Gesang Platz zu machen. Wenn dieser einsetzt, haben wir den Zenith der Platte bereits hinter uns gelassen.

Es geht weiter mit No sunlight. Ein netter Pop-Song – nicht mehr und nicht weniger. Mehr müsste ja eigentlich auch nicht, aber ihren perfekten Pop-Song haben DCFC nun mal mit Soul meets Body bereits geschrieben. Deswegen können wir No sunlight recht schnell wieder vergessen. Ein bisschen mehr Euphorie kann ich bei Cath… entwicklen. Nicht ganz so locker-flockig, mehr Melancholie und (dadurch?) mehr Substanz.

Talking Bird, das fünfte Lied auf der Platte, schleppt sich ein wenig schwerfällig dahin. Ganz schön eigentlich … aber mit “ganz schön” will ich mich bei dieser Band nur notfalls zufriedengeben, weil da mehr geht. You can do better than me schließlich klingt nach Weihnachtslied. Was soll das?

Grapevine Fires knüpft an Cath… an. Dies insofern, als dass es zwar einfach gehalten ist, aber die flockige Belanglosigkeit von No sunlight und You can do better than me ganz gut zu vermeiden weiß. Zum Ende hin kommt es ins Fließen und deutet kurz an, was auf diesem Album hätte möglich sein können. Als dezenter Negativkontrast schlendert Your new twin sized bed wieder etwas harmlos vor sich hin. Nicht wirklich übel, aber ein weiteres Mal keine Offenbarung. Long Division hat rhythmisch guten Vortrieb und ist – für DCFC-Verhältnisse – recht rockig. Zum wiederholten Male allerdings nur ein netter Song.

Mit Pity And Fear dann doch nochmal ein kleines Album-Highlight mit versteckter Schönheit, die sich allerdings nicht auf den ersten Blick erschließt. Der Song baut sich schön auf, wird schneller und lauter und führt durch ungewöhnliche Gesangsmelodiebögen in einen Instrumentalteil, der alles ein wenig aus den Fugen geraten zu lassen scheint und dann abrupt endet. Auch das letzte Lied The ice is getting thinner ist hörenswert. Sehr ruhig und zurückhaltend und immer wieder zulaufend auf den Kernsatz “And the ice kept getting thinner with every word that we’d speak”.

Das also ist Narrow Stairs. Vielleicht habe ich ein zweites Plans erwartet, und das konnte nur schiefgehen. Mag sein – aber trotzdem: wo sind wundervoll epische Stücke wie Different names for the same thing, das mich allein durch seine Dramaturgie (der Neuaufbau im Mittelteil – sagenhaft) aus den Latschen gehauen hat? Hm … na gut, I will possess your heart ist auch sehr episch. Und wie war das mit dem perfekten Pop-Song? Wo ist ein zweites Soul meets body? Nun, hier haben wir ja No Sunlight. Aber: wo sind Songperlen wie Your heart is an empty room, die so leicht sind und trotzdem so tief gehen? Okay, greifen wir hier halt auf Cath… oder Grapevine Fires zurück. Und der puristische Singer-Songwriter-Song wie I will follow you into the dark? Ertappt – den gibt’s auf Narrow Stairs tatsächlich nicht. Geschenkt.

Man merkt wohl, dass man Narrow Stairs nicht an Plans messen sollte. Wenn man das beherzigt, ist das neue Album von Death Cab for Cutie vielleicht sogar mehr als nur “ganz nett”.


Aus der Seele geschrieben?

[ratings]

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Aufleger am heutigen Samstag

By Mausmarke at 11:33 pm on Freitag (23. Mai 2008) | No comments

Noch mehr Infos gibts hier

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Als mich die Diskokugel das erste Mal überrollte

By SoFi at 1:27 pm on Dienstag (20. Mai 2008) | 56 Comments

Madonna - Like a Virgin Tour - Autor NinokolTeppichgeschäfte können betäubend langweilig sein. Vor allem, wenn man ein neunjähriges Mädchen ist. Genauso ging es mir vor vielen Jahren: Meine Eltern stöberten in dem nicht enden wollenden Sortiment gähnend langweiliger Teppiche. Meine ältere Schwester zeigte auch schon fleißiges Interesse. Ich: nörgelte. Als meine Schwester mein Gejammere nicht mehr ertrug, drückte sie mir die Ohrstöpsel ihres Walkmans in meine Kinderohren, den Walkman selbst in meine Kinderhand. Was dann geschah, kann man nur als Überrollen eines kleinen Mädchens mit einer Diskokugel beschreiben. Sonderbare Töne schienen von rechts nach links durch meinen Kopf zu jagen. Und zurück. Andere rhythmischere Töne hämmerten rechts und links zugleich in die Ohren. Eine sehr weibliche Stimme sang dazu in einer unbekannten Sprache. Was mich hätte erschrecken können, tat es nicht. Statt dessen: Ich war begeistert. Begeistert von Madonna. Meine Schwester im zarten Alter von elf Jahren Ein Foto von meiner damals elfjährigen Schwester, ihre Arme mit schwarzen und pinken Madonna-Armbändern geschmückt, ließ mich erkennen: 1985 muss es gewesen sein. Und wenn mich mein Musikgedächtnis nicht trügt, war eines der Lieder, die durch meine Ohren sausten: Holiday. Auch heute noch kann Madonna mich mit ihrem Disco-Fieber anstecken. Gut gelesen? [ratings]

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